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'''Außerkörperliche Erfahrung''' ('''AKE'''), (OBE oder seltener OOBE), ist ein Erlebnis, bei dem sich die Betroffenen nach eigenen Angaben außerhalb ihres eigenen Körpers befinden, manche können dabei ihren eigenen ruhenden Körper betrachten (eine Variante einer Autoskopie).

Das AKE-Phänomen kann bei Übermüdung oder bei Klarträumen<ref name="Blackmore 1988" /> auftreten, in außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen und auch unter Einfluss von psychotropen Substanzen. AKE konnten künstlich und wiederholbar im Labor erzeugt werden, sowohl durch eine bestimmte Verfälschung der Wahrnehmung durch multimediale Simulationen, als auch durch gezielte physikalische Beeinflussung der Nervenaktivität des Gehirns von außen.

In der , ISBN 978-3-621-28441-7. S. 6f. (Leseprobe)</ref>

Erscheinungsformen

AKE-Erlebnisse sind von unterschiedlicher Länge und Intensität außerhalb eines Gefühls für Raum und Zeitdauer. Typisch sind Gefühle von Loslösung vom Körper, Vollständigkeit (inklusive eigentlich amputierter Körperteile), Schmerzlosigkeit, umfassende Beweglichkeit durch schwereloses Schweben und Vorwärtsgleiten, Unsichtbarkeit und veränderte Wahrnehmungszustände wie eine ?360°-Umsicht? und ?geistiges Erfühlenkönnen? von Gegenständen, aber keinerlei körperliches Erfühlen, dafür müheloses Durchdringenkönnen von Türen, Gegenständen, Lebewesen, Mauern oder der Zimmerdecke.

Das AKE-Phänomen kann bei Übermüdung,<ref name="Blackmore 1984">S. J. Blackmore: ''A Postal Survey of OBEs and Other Experiences.'' In: ''Journal of the American Society for Psychical Research.'' 52 (1984), S. 225?244 (A postal survey of OBEs and other experiences (PDF; 233?kB)).</ref> beim Meditieren, beim Einschlafen (vgl. Hypnagogie)
oder während des .<ref name="Blanke2015" /> Manche Menschen können AKE ihrer Aussage nach auch willentlich herbeiführen.<ref name="Blackmore 1991/1993">S. Blackmore: ''Near-Death Experiences: In or out of the body?''. In: ''Skeptical Inquirer.'' 16:1, 1991, S. 34?45; dt.: ''Beinahe tot.'' In: Gero von Randow (Hrsg.): ''Mein paranormales Fahrrad und andere Anlässe zur Skepsis.'' Reinbek 1993, S. 115?129.</ref>

Individuelle Verarbeitung

Außerkörperliche Erfahrungen werden in der Regel subjektiv als völlig reale Vorgänge erlebt und in der Rückschau zumeist idealisiert. Bei einem Teil der Betroffenen haben sie erhebliche psychologische Veränderungen zur Folge. Für einige der Personen liefern sie den Beweis für ein Leben nach dem Tod.

In einer Befragung gaben circa 10 Prozent der Befragten an, in ihrem Leben außerkörperliche Erfahrungen gemacht zu haben.<ref name="Blackmore 1984" /> Der Philosoph Thomas Metzinger schätzte, dass etwa 8?15 Prozent der Weltbevölkerung schon einmal in ihrem Leben eine entsprechende Erfahrung gemacht haben.<ref name="Metz">Thomas Metzinger: ''Der Ego-Tunnel.'' Berlin: BvT, 2009, S. 135.</ref>

Der ''»Erinnerungen, Träume, Gedanken«'' schildert er ausführlich dieses Erlebnis:
{{Zitat
 |Text=Es schien mir, als befände ich mich hoch oben im Weltraum. Weit unter mir sah ich die Erdkugel in herrlich blaues Licht getaucht. Ich sah das tiefblaue Meer und die Kontinente. Tief unter meinen Füßen lag Ceylon, und vor mir lag der Subkontinent von Indien. Mein Blickfeld umfaßte nicht die ganze Erde, aber ihre Kugelgestalt war deutlich erkennbar, und ihre Konturen schimmerten silbern durch das wunderbare blaue Licht. (?) Später habe ich mich erkundigt, wie hoch im Raume man sich befinden müsse, um einen Blick von solcher Weite zu haben. Es sind etwa 1500 km! Der Anblick der Erde aus dieser Höhe war das Herrlichste und Zauberhafteste, was ich je erlebt hatte.(?)
 |Autor=[[Carl Gustav Jung|C.G.Jung]]
 |Quelle=Erinnerungen, Träume, Gedanken (1962), ab Seite 293}}

Erklärungsmodelle

Naturwissenschaftliche Untersuchungen

Neurologisch wird das Phänomen als Dissoziation zwischen Ich und Körper beschrieben, welche aufgrund eines Integrationsmangels von propriozeptiven, taktilen und visuellen Informationen des Körpers in Zusammenhang mit einer zusätzlichen vestibulären Dysfunktion entsteht.<ref name="Blanke/Seeck 2005" /> Die Bedeutung der multisensorischen Mechanismen für die Entstehung von AKE wurde in den vergangenen Jahren durch verschiedene neurobiologische und hirnphysiologische Studien belegt, die mit Hilfe künstlicher Stimulation zur Klärung der Abläufe und der dabei beteiligten Hirnstrukturen beigetragen haben. Dabei wurden unter anderem folgende Beobachtungen gemacht:
  • Durch Bruce Greyson von der University of Virginia beschwichtigte, dass der Versuch nicht notwendigerweise beweise, dass ''alle'' außerkörperlichen Erfahrungen derartige Illusionen wären. Es wäre noch immer möglich, dass einige außerkörperliche Erfahrungen auf andere Weise erfolgen<ref name="Grace">Francie Grace: ''Out Of Body Experiences Explained'', bei cbsnews.com</ref>.Olaf Blanke, einer der Wissenschafter, der den Versuch durchführte oder darüber berichtete, räumt ein, die Forscher hätten nicht in vollem Umfang den neurologischen Mechanismus verstanden, der außerkörperliche Erfahrungen verursache<ref name="Grace" />.
  • Untersuchungen wiesen AKE bei der Stimulation des an der im Bereich Neurologie, PDF und .</ref>
  • Auch eine Stimulation des , PMID 16186034 (Review).</ref>
  • Auch das Anästhetikum , PMID 20947068, .</ref>
  • Während einer Gehirnoperation im Wachzustand verursachte eine gezielte Stimulation der , PMID 27178238.</ref>

Psychiatrische und psychologische Forschung

Außerhalb der Religionswissenschaft und der vergleichenden Kulturforschung werden AKE-ähnliche Erlebnisse in der psychiatrischen und psychologischen Forschung als .

Wissenschaftlich werden außerkörperliche Erfahrungen als auf reale Reize (bzw. Restreize im Sterbezustand) zu als real empfundenen Erlebnissen und wiedererlebten Erinnerungen führt.

Kognitionswissenschaft

  • Forschergruppen aus der Schweiz und Schweden haben 2007 experimentell demonstriert, dass sich AKE-artige Phänomene als ''Illusion'' einer AKE durch einfache technische Versuchsanordnungen mithilfe von Datenbrillen und Virtual Reality künstlich hervorrufen (simulieren) lassen.

Andere Erklärungsversuche

Die Einbettung des AKE-Phänomens in mythische und religiöse Bezugssysteme führte in der Vergangenheit dazu, dass AKE überwiegend in spirituellen Zusammenhängen ? etwa bei der Frage nach der Möglichkeit der Wiedergeburt der Seele, dem ewigen Leben, Bilokation, Levitation und dämonischer Beeinflussung ? behandelt wurde. Ferner werden AKE-Phänomene in der Literatur zur Sterbeforschung beschrieben.

Traditionen der Seelenvorstellung

Eine vergleichende Untersuchung von mehr als 50 Kulturarealen aus dem Jahr 1979 zeigte, dass in den meisten die Vorstellung existierte, der . Aus methodischen Gründen ist es schwierig, religiöse Vorstellungen von Berichten über AKE-Erlebnisse abzugrenzen.

Geschichte der ?AKE-Anschauungen?

(im Sinne von Anschauungen nach Immanuel Kant)
Melbourne Centre for Exceptional Human Potential 2016, ISBN 0-646-95022-3 (englisch).
  • Werner Zurfluh: ''Quellen der Nacht. Neue Dimensionen der Selbsterfahrung'', Ansata-Verlag, 1987, ISBN 978-3-7157-0057-1

Studien

  • A. Guterstam, M. Björnsdotter, G. Gentile, H. H. Ehrsson: ''Posterior cingulate cortex integrates the senses of self-location and body ownership.'' In: ''Current biology: CB.'' Band 25, Nummer 11, Juni 2015, S.?1416?1425, , PMID 25936550 (freier Volltext). Beschreibung für die Allgemeinheit nach Darstellung durch die Forscher (abgerufen 15. Juni 2016).
  • J. J. Braithwaite, D. Samson, I. Apperly, E. Broglia, J. Hulleman: ''Cognitive correlates of the spontaneous out-of-body experience (OBE) in the psychologically normal population: evidence for an increased role of temporal-lobe instability, body-distortion processing, and impairments in own-body transformations.'' In: ''Cortex; a journal devoted to the study of the nervous system and behavior.'' Band 47, Nummer 7, 2011 Jul?Aug, S.?839?853, . . PMID 20598679.
  • Olaf Blanke: ''The Out-of-Body Experience: Disturbed Self-Processing at the Temporo-Parietal Junction.'' In: ''The Neuroscientist.'' 11, 2005, S.?16?24, .
  • Olaf Blanke, Christine Mohr: ''Out-of-body experience, heautoscopy, and autoscopic hallucination of neurological origin.'' In: ''Brain Research Reviews.'' 50, 2005, S.?184?199, .

Weblinks

Einzelnachweise

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